Projekttage 1999

Projekt Kochen wie im Mittelalter

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Die Bauernfamilie stürzt sich auf den Hirsebrei, der auf einer großen Holzplatte aufgehäuft ist. Dazu trinken sie Wasser aus einer großen Kanne... so könnte es ausgesehen haben, vor ca. 700 Jahren. Heute, 1999, sitzen 13 Mädchen und der Chefkoch Cord Santelmann um einen Tisch und essen genau das gleiche wie gewöhnliche Bauern im Frühmittelalter: Hirsebrei. Denn das Projekt heißt Kochen im Mittelalter. Bevor sie gemütlich schlemmen konnten, mussten sich die Schülerinnen in drei Gruppen einteilen: Die erste Gruppe studierte mittelalterliche Kochbücher, um Rezepte herauszusuchen, die nicht zu kompliziert zu kochen sind. Die zweite Gruppe begab sich auf Spurensuche, um die Essgewohnheiten der Bauern herauszufinden. Die dritte Gruppe kochte dann folgendes Rezept:

Hirsebrei

Hirsebrei - ein Gericht, das uns heute nur noch als köstliche Speise aus Märchen bekannt ist

1 l Milch
200 g Hirse (aus dem Reformhaus)
1 EL Butter
50 g Zucker
3 EL Honig
1 TL Zimt
½ l Zitronenschale

Die Milch mit der Butter, dem Honig, dem Salz und der gewaschenen, abgeriebenen Zitronenschale aufkochen. Dann die gewaschene Hirse zugeben und etwa 1 Stunde bei schwacher Hitze quellen lassen, bis ein sämiger Brei entstanden ist. In einer Schüssel häufen Sie die Hirse auf und bestreuen sie mit Zimtzucker. Ein wirklich „märchenhafter“ Genuß, der die Herzen höher schlagen läßt. Wer mag, kann auch noch 50g gewaschene Sultaninen oder Rosinen mitkochen.

Die Gerichte stammen aus dem frühen Mittelalter, wurden aber auch noch später gegessen. Herr Santelmann uns seine Köchinnen probieren die Küche der Armen, denn die Reichen aßen Wild und andere Sachen, die schwierig zuzubereiten sind. Herr Santelmann entdeckte das mittelalterliche Essen durch die Liebe seiner Frau zum Kochen. Außerdem ist er Geschichtslehrer. Sie schafften sich Kochbücher an und versuchten sich an verschiedenen Gerichten. Am Montag wollen sie allen ihre Kochkünste beweisen: Auf dem Schulfest gibt es einen leckeren Eintopf.

Thomas Buckenmaier, Martin Mangler